•• Gegengift ••
 

Entlassen- Verlassen- Losgelassen

einsam in schwarzen Gassen,
sie schneidet Grimassen,
zu Wasser in Massen,
fließen ihre Tränen- ausgelassen sie verblaßen...
Losgelassen treibt sie umher,
ihre Hülle ist leer,
die offenen Wunden freigelegt,
ihr Herz bebt,
sie schwebt,
in unvorstellbar schöne Welten abgetaucht
und Sicherheit eingehaucht.
Für einen Moment,
ist sie sich selbst so fremd,
von der Realität getrennt,
der Blick nach Innen,
für den Moment alle Wunden gerinnen,
bis sie erwacht
und gräßlich sie die Realität anlacht.



Wie ich sein will- wie ich bin-
ergibt für mich keinen Sinn.
Das Ideal umhüllt von reinster Qual,
DAS zu sehen ist ein Skandal
unendlich fatal!
Ein paar mehr- ein bisschen fester- ein wenig tiefer-
und im Nu, nie mehr Ungeziefer.
Ein Leben zu führen,
welches niemand sich nur traut zu berühren,
lässt den Ehrgeiz leiden,
den Anspruch zerschneiden!
Der Schmerz sitzt tief,
zu tief um ihn zu benennen,
es gibt keine Worte für diese absurde
Art zu Schweben- im einzigen Leben...
Allein das führt zum Übergeben.
Aufgegeben-abgelehnt rinnt die Zeit, ziehe ich dahin
In Gedanken immer noch am Streben,
spüren tu' ich nur den Hauch,
vom Rauch-oder ist es Staub-
aus meinem Munde,
zähle ich jede Sekunde,
bis heilt
die tief, schmerzende Wunde.

Und die Zeit steht still,
die Zeiger sind erstarrt,
wir in einander vernarrt,
so lange schon nicht ohne Drill,
ohne Bangen, ohne Verlangen,
greifen nach dir, doch erstarrt in mir,
eingeschrumpft und eingegangen

INNOVATION, RELATION, KOMPENSATION

Aufgelöst in Säure,
abscheulische Fäule,
still gestanden - ähnlich einer Säule.
Ohne Substanz im Zustand der Trance,
doch still die Zeit,
wertlos die Sekunde,
verlorene Stunde,
eine Minute- das personifizierte Ungute,
einfach vorbei
für immer gewesen...

Die Uhr- ein abstraktes Gebilde nur
Bewegung und Form
für gewisse Zeit eingefrorn
Wirklichkeit? wird ausgelacht
die Pforte in die Zukunft? bleibt verwehrt, endlos gemacht
die Vergangenheit? lächelt schadenfroh -
grausam lauert, hechelnd kauert,
witternd auf dem Sprunge;
hinter sich die Pforten,
nur eine Spur aus Schlick zieht sie in die Gegenwart geschickt,
daher also rührt die abscheuliche Pein im Hier und Jetzt, die innerlich zerfetzt.

DOCH... eben im Moment existiert keine Zeit- so auch keine Vergangenheit.
Dieser Mensch geht ewig

Solang alles bleibt verschüttet,
die Seele womöglich ewig rüttelt
an allen Seelenenden,
dort, wo der Geist anfängt zu blenden,
der Körper außer Acht - nur der Wirt, der beherbergt all die Macht,
hat eh nur Kummer gebracht,
daher verlacht und geschändet
bis all der Glanz erlischt
und all die Enden nicht mehr gequält vom ewgen Blenden.



Bettina Kietzmann